Auf der Geocaching-Karte tummeln sich grüne, gelbe, blaue und orangefarbene Symbole – und jedes steht für eine andere Art von Abenteuer. Mal liegt die Dose direkt an den Koordinaten, mal führt eine Kette von Hinweisen durch die halbe Stadt, mal musst du zuerst ein Rätsel am Schreibtisch knacken. Hier erfährst du, welche Geocache-Arten es gibt, was die Größenangaben bedeuten und wie du die D/T-Wertung liest.
Die wichtigsten Cache-Typen im Überblick
| Cache-Typ | Prinzip | Für Einsteiger? |
|---|---|---|
| Traditional | Dose liegt direkt an den Koordinaten | Ideal |
| Multi-Cache | Mehrere Stationen, die letzte führt zur Dose | Ja, mit Zeit |
| Mystery / Rätsel | Koordinaten erst nach Lösen eines Rätsels | Erst nach ein paar Funden |
| Letterbox Hybrid | Stempel im Cache, oft mit Wegbeschreibung | Ja |
| Wherigo | Interaktives Spiel mit eigener App | Ja, technisch etwas aufwendiger |
| Earthcache | Geologische Lektion, keine Dose | Ja |
| Event | Treffen von Geocachern | Sehr empfehlenswert |
| Virtual / Adventure Lab | Ort besuchen, Frage beantworten, keine Dose | Ja |
Traditional Cache („Tradi“)
Der Klassiker und mit Abstand die häufigste Art. Die angegebenen Koordinaten zeigen direkt auf das Versteck. Du navigierst hin, suchst, loggst – fertig. Tradis sind perfekt für den Einstieg, für eine schnelle Runde in der Mittagspause oder für sogenannte Powertrails: Strecken, an denen Dutzende Caches im Abstand von wenigen hundert Metern liegen.
Lass dich von der Einfachheit nicht täuschen: Ein Tradi kann trotzdem knifflig sein, etwa wenn ein winziger Nano-Cache magnetisch in einem Geländer steckt oder die Dose in fünf Metern Höhe hängt. Die D/T-Wertung verrät, worauf du dich einstellst.
Multi-Cache
Ein Multi besteht aus mehreren Stationen. An den Startkoordinaten findest du einen Hinweis: eine Zahl auf einem Schild, die Anzahl der Fenster eines Gebäudes, eine Jahreszahl auf einem Denkmal oder eine kleine Dose mit neuen Koordinaten. Aus diesen Informationen berechnest du die nächste Station – und am Ende das Versteck des Finals.
Multis sind oft liebevoll gestaltete Spaziergänge, die dir Orte zeigen, an denen du sonst vorbeigelaufen wärst. Plane mehr Zeit ein, nimm Stift und Notizblock mit und lies die Beschreibung genau. Ein Rechenfehler an Station zwei führt dich sonst in den falschen Wald.
Notiere an jeder Station die gefundenen Werte und rechne zwischendurch nach. Viele Apps haben ein eigenes Notizfeld pro Cache – ein wasserfestes Notizbuch ist trotzdem unschlagbar, wenn das Handy im Regen streikt.
Mystery-Cache (Unknown / Rätsel-Cache)
Mystery-Caches erkennst du am blauen Fragezeichen. Die Koordinaten auf der Karte sind fast immer nicht das Versteck, sondern ein willkürlicher Punkt in der Nähe. Die echten Final-Koordinaten musst du erst durch ein Rätsel ermitteln: Zahlenreihen, Geheimschriften, Bilderrätsel, Logikaufgaben, versteckte Hinweise im Quelltext der Cache-Seite – der Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt.
Mysterys sind die Königsdisziplin für Knobler. Manche löst du in fünf Minuten, an anderen beißen sich ganze Stammtische monatelang die Zähne aus. Viele Mysterys bieten einen Checker, mit dem du deine Lösung vor dem Losgehen prüfen kannst. Unser Ratgeber Mystery-Caches lösen erklärt die häufigsten Rätseltypen und Werkzeuge.
Eine Sonderform sind Bonus-Caches: Ihre Koordinaten ergeben sich aus Hinweisen, die in mehreren anderen Caches einer Serie versteckt sind.
Letterbox Hybrid
Letterboxing ist älter als Geocaching und stammt aus England. Ein Letterbox-Hybrid verbindet beides: In der Dose liegt ein Stempel, mit dem du dein Logbuch abstempelst, und oft gibt es eine Wegbeschreibung statt reiner Koordinaten. Viele Cacher haben deshalb einen eigenen Geocaching-Stempel dabei, mit dem sie sich im Logbuch des Caches verewigen.
Wherigo
Ein Wherigo („Where I go“) ist ein interaktives Outdoor-Spiel. Du lädst eine sogenannte Cartridge in eine spezielle App, die dich mit Geschichten, Figuren und Aufgaben durch ein Gebiet führt. Erst am Ende verrät sie die Final-Koordinaten. Wherigos sind technisch aufwendiger, aber oft sehr originell – ideal auch für Familien.
Earthcache
Earthcaches haben keine Dose. Sie führen zu geologisch interessanten Orten – einem Felsen mit sichtbaren Gesteinsschichten, einer Quelle, einem Findling. Die Beschreibung ist eine kleine Lektion in Erdgeschichte, und zum Loggen beantwortest du Fragen, die du vor Ort beobachtest. Die Antworten schickst du an den Owner, nicht ins öffentliche Log.
Virtual Cache und Adventure Lab
Auch Virtual Caches haben keinen Behälter: Du besuchst einen besonderen Ort und beantwortest eine Frage oder machst ein Foto. Neue Virtuals werden nur noch in Ausnahmefällen vergeben, ältere existieren weiter. Verwandt sind die Adventure Labs, die in einer eigenen App laufen: mehrere Orte, an denen du jeweils eine Frage beantwortest – praktisch für Stadterkundungen.
Events, Mega-Events und CITO
Events sind Treffen von Geocachern: vom Stammtisch im Gasthaus über Picknicks bis zu großen Mega-Events mit mehreren tausend Teilnehmenden. Wer teilnimmt, loggt „Teilgenommen“. Eine besondere Form ist das CITO-Event („Cache In, Trash Out“), bei dem gemeinsam Müll in der Natur gesammelt wird. Events sind ideal, um andere Cacher kennenzulernen und Tipps zu bekommen.
Cache-Größen: von Nano bis Large
Neben dem Typ gibt jeder Cache seine Größe an. Sie bestimmt, wonach du suchst – und ob Platz für Tauschgegenstände oder Trackables ist. Passende Behälter für jede Größe stellen wir im Ratgeber Geocache-Behälter vor.
| Größe | Typischer Behälter | Inhalt |
|---|---|---|
| Nano (zählt offiziell als Micro) | Magnetdose, kaum größer als ein Fingernagel | Nur Logstreifen |
| Micro | Filmdose, Petling, kleine Röhrchen (unter 100 ml) | Logbuch oder Logstreifen |
| Small | Brotdose, Lock&Lock bis etwa 1 Liter | Logbuch, kleine Tauschgegenstände |
| Regular | Größere Box, Munitionskiste (1–20 Liter) | Logbuch, Tauschgegenstände, Trackables |
| Large | Große Kisten, Fässer (über 20 Liter) | Viel Platz – selten |
| Other | Ungewöhnliche Behälter (z.B. Vogelhaus, getarntes Objekt) | Beschreibung lesen |

Die D/T-Wertung lesen
Jeder Cache hat zwei Wertungen von 1 bis 5 in halben Schritten:
- D – Difficulty (Schwierigkeit): Wie schwer ist es, den Cache zu finden oder das Rätsel zu lösen? D1 ist offensichtlich, D5 erfordert besonderes Wissen, Geduld oder Spezialfähigkeiten.
- T – Terrain (Gelände): Wie anstrengend ist der Weg? T1 ist rollstuhlgerecht, T3 bedeutet Querfeldein oder steile Wege, ab T4 wird es sportlich, T5 erfordert Spezialausrüstung wie Kletterseil, Boot oder Tauchausrüstung.
Eine 1,5/1,5 ist ein entspannter Spaziergang, eine 5/5 ein echtes Projekt. Viele Cacher sammeln übrigens alle 81 Kombinationen von D/T – die sogenannte D/T-Matrix.
Für die ersten Funde: Traditional, D/T bis 2, Größe Small oder Regular. Danach Multis für längere Spaziergänge und Mysterys für Knobelfans. Events lohnen sich immer – dort lernst du in einem Abend mehr als in jedem Forum.
Attribute: die kleinen Symbole
Unter der Beschreibung zeigt jeder Cache Attribute – Symbole mit Zusatzinformationen. Sie sagen dir zum Beispiel, ob der Cache kinderfreundlich ist, ob du eine Taschenlampe brauchst, ob er im Winter erreichbar ist, ob Parkplätze in der Nähe sind oder ob es ein Nachtcache ist. Ein durchgestrichenes Symbol bedeutet „nicht“. Ein Blick auf die Attribute erspart viele Überraschungen.
Häufige Fragen
Welcher Cache-Typ ist der beste für Anfänger?
Ein Traditional Cache mit Schwierigkeit und Gelände bis 2 und der Größe Small oder Regular. Die Dose liegt direkt an den Koordinaten, und du kannst dich ganz auf die Suche konzentrieren.
Warum stimmen die Koordinaten beim Mystery nicht?
Bei Mystery-Caches sind die angezeigten Koordinaten absichtlich falsch – sie liegen meist nur in der Nähe des echten Verstecks, damit der Cache auf der Karte auftaucht. Die echten Koordinaten ermittelst du durch das Rätsel in der Beschreibung.
Was ist ein Nachtcache?
Ein Nachtcache ist meist ein Multi oder Mystery, der nur im Dunkeln funktioniert: Reflektoren an Bäumen weisen den Weg, und manche Hinweise werden erst mit UV-Licht sichtbar. Eine gute Stirnlampe ist Pflicht.
Was bedeutet „Archiviert“ bei einem Cache?
Ein archivierter Cache ist dauerhaft stillgelegt und kann nicht mehr gesucht werden. „Deaktiviert“ dagegen bedeutet nur eine vorübergehende Pause, etwa bei Wartung oder Bauarbeiten.



